Passion und Ostern 2022

Was hat das mit mir zu tun?

Wir gehen der Frage nach, welchen Bezug die Passions- und Oster-Erlebnisse zu unserem Leben haben könnten. Dazu gibt's an Palmsonntag (10.04.2022) und von Gründonnerstag bis Ostermontag (14.-18.04.2022) täglich einen Post hier, auf Instagram und Facebook mit folgendem Inhalt:

  • Bild mit dem "Thema des Tages"
  • Link zu einer Audiodatei. Dort kannst du nachhören, was am jeweiligen Tag in der biblischen Passions- und Ostergeschichte passiert.
  • Impulse zum Weiterdenken

Gerne kannst du mit uns über die Themen ins Gespräch kommen. Kommentiere oder schreibe uns auf Insta und Facebook oder melde dich direkt bei Steffi, wenn du dich austauschen möchtest. Auf unserem Padlet hast du zusätzlich die Möglichkeit, dich anonym zu Wort zu melden.

Neben diesen digitalen Angeboten haben wir für dich auch - ganz analog - eine Osterbox gepackt. Diese kannst du im Vorfeld bei Markt8 abholen (die Box ist für dich kostenlos; aber damit wir wissen, wie viele wir packen müssen bitte unbedingt bis 03.04. bei Steffi dafür anmelden!) Die Osterbox enthält einen Gegenstand für jeden Tag, mit dem ihr passend zum Thema kreativ aktiv werden könnt.

Bejubelt - geht's mich an?

Palmsonntag, der Sonntag vor Ostern

Bibelstelle: Matthäus 21, 1-11, Markus 11,1-11, Lukas 19, 28-40, Johannes 12,12-19

Nacherzählte Geschichte: Unter diesem Link

Zum Weiterdenken: 

  • Jesus kommt nach Jerusalem – und alle freuen sich. Hohe Erwartungen werden in ihn gesetzt. Die Leute legen sogar ihre Kleider vor ihm auf den Boden
  • Was begeistert mich so, dass ich dafür „mein letztes Hemd gebe“?
  • Wann habe ich das letzte mal ausgelassen gefeiert?
  • Was braucht es, damit ich mich so richtig freuen kann?
  • Kann ich mich selber feiern?

Aktion: Knipse ein Foto, das für dich Feierlaune ausdrückt. Wenn du eine unserer Ostertüten hast kannst du dafür die Luftballons und Luftschlangen nutzen. Wenn du magst poste das Bild mit #gehtsmichan und #feierlaune, ergänze deine Gedanken zu den Fragen und verlinke uns. Alternativ kannst du es auch per Mail an Steffi schicken!

Passion - geht's mich an?

Dienst-Tag

Bibelstellen zum Nachlesen: Johannes 13,1-5.12-15, Johannes 12,24

Für dich zum Anhören: Unter diesem Link 

Zum Weiterdenken:

Die Erzählung, um die es heute geht, spielt vermutlich am Gründonnerstag. Wir haben den Text aber für heute ausgewählt, weil er so gut zeigt, wie Jesus tickt: als alle müde und hungrig zum Fest ankommen ist er derjenige, der die Arbeit übernimmt, die eigentlich ein Diener tut. Er wäscht den Gästen den Staub und Dreck der Straße von den Füßen. Ihm geht es nicht um sein Ansehen und sein Macht- seine Leidenschaft gilt den Menschen, die mit ihm unterwegs sind. Wir sind in der Passionswoche unterwegs. Passion bedeutet im kirchlichen Sprachgebrauch das Leiden Jesu – aber Passion bedeutet eben auch Leidenschaft, Einsatz.

  • Meine Füße – wohin haben sie mich heute getragen? Auf welchen Wegen bin ich gerade unterwegs?
  • Gibt es etwas, wofür ich alles geben würde?
  • Wem kann ich heute, am „Dienst-tag“ etwas Gutes tun?
  • „Gottes Leidenschaft sind seine Menschen“ – wie fühlt sich dieser Satz für mich an?

Aktion: In Johannes 12,24 sagt Jesus: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“ (Elberfelder Übersetzung). Er weist damit auf seinen Tod hin. Du kannst diesen Vorgang ganz praktisch erleben, indem du heute ein paar Kressesamen einpflanzt (in der Ostertüte gibt’s die Samen und etwas Watte – einfach auf eine Untertasse geben und regelmäßig befeuchten). An Ostern kannst du dann leckere Kresse für dein Osterfrühstück ernten! 

Verabschiedet - geht's mich an?

Gründonnerstag (vom althochdeutschen „greinen“ = weinen)

Bibelstelle: Matthäus 26,17-75, Markus 14,12-52, Lukas 22,7-62, Johannes 13,1-18,27

Geschichte zum Nachhören: Unter diesem Link 

Zum Weiterdenken: 

  • Die Stimmung bei diesem Abendessen ist gedrückt und traurig. Wahrscheinlich ahnen alle, dass bald etwas geschehen wird und es vielleicht das letzte Mal ist, dass sie zusammen sitzen können. Sie feiern nach der gewohnten Tradition, und trotzdem ist alles anders. Jesus richtet letzte Worte an sie. Bei der Verhaftung im Garten Gethsemane erfahren sie dann, dass sie, trotz anderer Vorsätze, in der Stunde der Gefahr alle fortlaufen und eher ihr eigenes Leben retten, anstatt Jesus beizustehen.
  • Was war eine eindrückliche Abschieds-Situation, die ich erlebt habe?
  • Wo haben mich Freund*innen enttäuscht? Und wo habe ich selber andere enttäuscht?
  • Die Jünger müssen sich von Jesus verabschieden. Was sie sich für ihr weiteres Leben mit ihm erhofft und erträumt haben wird sich nicht mehr erfüllen. Wie gehe ich mit geplatzten Träumen und unerfüllten Sehnsüchten um?
  • von welchen Gedanken, Gewohnheiten oder Beziehungen sollte ich bewusst Abschied nehmen, weil sie mir nicht gut tun oder weil der Gedanke daran eine Wunde der Traurigkeit aufreißt, die nicht gut verheilt?

Kreative Aktion: Schreibe einen Abschiedsbrief - an Menschen, Dinge, Träume... 

Wenn du eine Ostertüte hast kannst du dafür den Briefumschlag und das Briefpapier mit dem Satz „Ich nehme Abschied von….“ nutzen.

 

Beschimpft, beleidigt, getötet - geht's mich an?

Karfreitag (vom althochdeutschen "kara" = Klage, Trauer)

Bibelstelle: Matthäus 26,57-27,61, Markus 14,33-15,47, Lukas 22,63-23,56, Johannes 18,28-19,42

Nacherzählte Geschichte: Unter diesem Link 

Zum Weiterdenken: 

  • Jesus wird verbal und körperlich fertig gemacht, bis er nicht mehr kann. Er wird beleidigt und verletzt und schließlich getötet.
  • Beschimpfungen und Beleidigungen erlebe ich immer wieder. Jedes Mal wird dabei jemand verletzt. „Auch Worte können töten!“ – wo habe ich das erlebt?
  • Wie gehe ich damit um, wenn andere mich fertig machen und mich verletzen?
  • Wie gehe ich damit um, wenn ich merke, dass ich auf anderen herumhacke und sie klein mache?

Kreative Aktion: suche dir einen glatten Stein und beschrifte ihn. Du kannst ihn in der Natur oder auf einem Friedhof ablegen - als Symbol für Fehler, Schuld und Trauer. 

Wenn du eine Ostertüte hast kannst du den weißen Stein aus der Tüte nutzen. 

Betrauert - geht's mich an?

Bibelstelle: Matthäus 27,62-66, Lukas 23,56

Anmerkung: der Bibeltext in Matthäus erzählt nur aus Perspektive der „Feinde Jesu“, Lukas erwähnt nur, dass die Frauen die Sabbatruhe einhalten. Es gibt nicht viele Infos darüber, wie die Nachfolger*innen Jesu diese "Zwischenzeit" verbracht haben!

Geschichte zum Nachhören:Unter diesem Link 

Zum Weiterdenken: 

  • kein Bibeltext erzählt, was die Jünger*innen Jesu an diesem „Zwischentag“ gemacht haben. Aber wir können uns vorstellen, wie es ihnen geht. Ihr eigenes Leben war in Gefahr und sie waren Fremde in der Stadt. Hinter ihnen lagen fürchterliche Stunden der Gefahr und Ohnmacht, der Trauer und des Entsetzens. Und sie hatten erlebt wie sie selbst gescheitert waren. Aber vor allem: Jesus, der Mann, auf den sie alle Hoffnungen gesetzt und für den sie ihr gewohntes Leben aufgegeben hatten, war gestorben. Er, der sie gekannt und begeistert hatte wie kein anderer, würde nie wieder da sein.
  • Verlust hat viele Gesichter. Es kann ein geliebter Mensch sein, der nicht mehr da ist – weil er gestorben ist, aber auch weil wir uns entfremdet haben oder eine Beziehung in die Brüche gegangen ist. Es kann aber auch ein Lebenstraum sein, den wir verlieren, eine Lebensphase, die zu Ende geht, Möglichkeiten, die mir verbaut werden. Mit welchen Verlusten kämpfe ich gerade konkret?
  • Trauer ist ein Gefühl wie eine große graue Wolke. Niemand trauert gern – deswegen wird die Trauer oft weg geschoben und unterdrückt. Wie gehe ich damit um, wenn ich trauere?
  • Was würde mir helfen, „gut“ zu trauern?
  • Der Karsamstag ist eine „Zwischenzeit“. Die Jünger*innen wissen noch nicht, dass sie bald von Jesu Auferstehung überrascht werden und sich ihre Trauer in Freude verwandeln wird. Solche Zwischenzeiten entdecken wir aber oft erst im Rückblick. Kenne ich das auch aus meinem Leben?

Krative Aktion: Schnappe dir ein Stück Kreide (wenn du die Osterbox hast kannst du diese Kreide nutzen!), ziehe in der Nacht zum Sonntag los und schreibe eine frohe Osterbotschaft auf die Straßen und Gehwege - zum Beispiel: "Der Herr ist auferstanden – Jesus lebt!” Eine Überraschung für die Leute am nächsten Morgen!

Begegnet, bestärkt, lebendig - geht's mich an?

Karsamstag

BibelstelleMatthäus 28,1-10, Markus 16,1-14, Lukas 24,1-12.36-49, Johannes 20,1-29

Geschichte zum Nachhören:Unter diesem Link

Zum Weiterdenken: 

  • Jesus lebt – und als erstes begegnet er den Frauen. Nach damaligem jüdischem Recht dürfen sie vor Gericht als Zeuginnen nicht aussagen, weil ihr Wort nichts gilt. Aber es scheint so, als ob Gott sich ganz besonders gerne denen zuwendet, die in der Gesellschaft keine hohe Stellung haben, und sie mit der Botschaft von seiner Liebe überrascht (zum Beispiel auch die Hirten bei Jesu Geburt!). Jesus lebt – und seine Freund*innen können es zunächst kaum glauben.
  • Jesus lebt – welche Gedanken und Gefühle löst das in MIR aus?
  • Jesus zu begegnen kann ganz unterschiedlich aussehen – das kann auch durchs Bibellesen passieren, durch Erfahrungen, die ich mache, durch Gespräche mit anderen. Wie ist er mir begegnet? Würde ich mir wünschen, dass das passiert?
  • Das Gespräch mit Jesus ermutigt die Frauen. Wo brauche ich grade Bekräftigung und Mut?

Kreative Aktion: An vielen Orten wird zu Ostern ein Osterfeuer entzündet. So was kann man im Kleinen auch für sich selbst machen - schau dir z.B. mal Anleitungen fürs "Klorollenfeuer" bei Youtube an! :-) (Nie unbeaufsichtigt brennen lassen!)

Bewegt - geht's mich an?

Ostermontag

BibelstelleLukas 24,13-35

Geschichte zum Nachhören: Unter diesem Link 

Zum Weiterdenken: 

  • Zwei Freunde von Jesus sind auf dem Heimweg. Ja, sie haben gehört, dass Jesus lebt, aber sie können das nicht glauben. Sie wollen zurück in ihr altes Leben. Dann begegnet ihnen ein Fremder, hört ihnen zu, diskutiert mit ihnen die alten Verheißungen. Und als sie mit ihm zu Tisch sitzen erkennen sie: es ist Jesus. Jetzt hält sie nichts mehr zurück: die vielen Kilometer, die sie gerade gelaufen sind, laufen sie jetzt –im Dunkeln! – zurück zu ihren Freunden. Denn ihre Freude wollen sie unbedingt mit ihnen teilen!
  • Kenne ich solche Situationen, wo ich „wie blind“ bin und es mir dann „wie Schuppen vor den Augen“ fällt!
  • Die Osterbotschaft verändert das Leben der Emmaus-Jünger. Sie setzt sie in Bewegung. Was macht die Osterbotschaft mit mir?
  • Die Emmaus-Jünger erzählen den anderen von ihrem Erlebnis mit Jesus. Wie geht’s mir damit – fällt es mir leicht, mit anderen über meinen Glauben, meine Erfahrungen mit Gott und meine Zweifel zu sprechen?  Was könnte mir dabei helfen?
  • Glaube braucht Gemeinschaft. Mit wem bin ich „auf dem Weg“? Ist mir bewusst, dass Jesus mit dabei ist?
  • Beim Essen entstehen die besten Gespräche. Mit wem könnte ich heute Essen und Leben teilen?

Kreative Aktion: Backe doch heute etwas - wenn du unsere Ostertüte hast kannst du Hefe und  Rezept daraus nutzen. Und dann teile Lamm und Osterfreude bei einem Spaziergang mit einem Freund oder einer Freundin!